Orthopädie

Schwerpunkte unserer Klinik

Bösartige Knochen- und Weichteiltumore sind seltene Erkrankungen. Sie stellen einen vergleichsweise geringen Anteil an allen Krebserkrankungen dar. Knochen- und Weichteiltumoren führen aufgrund ihres Wachstums zu Schwellung und Schmerzen, sowie bei fortschreitendem Wachstum zum Bruch des Knochens und zum Tode. Jegliche unklare Schwellung oder Schmerzen der Extremitäten und Wirbelsäule sollten somit an einen Tumor denken lassen. Die meisten Tumore oder tumorähnlichen Läsionen des Bewegungsapparates sind gutartig und bedürfen meistens keiner besonderen Therapie oder Überwachung. Letztlich kann bereits ein Großteil dieser gutartigen Befunde durch sorgfältige Beurteilung der bildgebenden Untersuchungen sicher diagnostiziert werden und der durch die auswärts gestellte Diagnose eines “Tumors” im Skelettsystem verunsicherte Patient beruhigt werden. Zur sicheren Diagnosestellung bedarf es allerdings aufgrund der relativen Seltenheit der bösartigen Läsionen der großen Erfahrung eines spezialisierten, interdisziplinären Teams. Gerade die gravierenden Folgen einer Fehlinterpretation mit der Gefahr einer falschen oder ungünstigen Behandlung lassen Diagnostik und Therapie von Knochen- und Weichteiltumoren an großen Zentren angeraten erscheinen.

Die Therapie der meisten bösartigen Knochen- Weichteiltumoren basiert in der heutigen Zeit auf einer onkologischen und chirurgischen Therapie. Dabei besteht die chirurgische Therapie aus einer weiten Entfernung des Tumors und Rekonstruktion des Defektes mittels modernster Verfahren wie z.B. modularen Tumorprothesen oder der biologischen Rekonstruktion mittels gefäßgestielten Knochentransplantaten. Die Amputation bei bösartigen Knochentumoren, die noch bis in die 70er Jahre hinein das häufigste Therapieverfahren war, ist heute nur noch in Einzelfällen notwendig. Der Erhalt der Extremität in ihrer Funktion ist deshalb neben der Heilung eines der wichtigsten Ziele der Behandlung geworden. Aber auch  bei den gutartigen Tumoren stehen modernste Verfahren wie z.B. die minimalinvasiven CT-gesteuerten Tumorablationen (z.B. beim Osteoidosteom) zur Verfügung.

Neben der Behandlung primärer Knochentumoren besteht ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung in der Therapie von Knochenmetastasen. Durch die neuen onkologischen Therapieansätze nimmt die Überlebenszeit der Tumorpatienten in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Eine Folge dieser Entwicklung ist, dass sowohl die Anzahl an diagnostizierten Skelettmetastasen zugenommen hat aber auch die Therapie der Knochenmetastasen sich gewandelt hat. Wurde früher die Streuung eines bösartigen Tumors in das Skelett als unheilbares Endstadium der Erkrankung gesehen, muss man dieses heute sehr viel differenzierter betrachten. Unter Umständen kann durch eine vollständige Entfernung der Metastasen auch eine langfristige Tumorfreiheit errreicht werden.

Generell sollte ein Patient mit Verdacht auf ein bösartigen Knochen- oder Weichteiltumor bereits frühzeitig mit einer Klinik in Kontakt treten, die sich auf Tumororthopädie spezialisiert hat. Insbesondere operative Maßnahmen, wie auch schon die Biopsie des Tumors, bedürfen der sorgfältigen Planung und sollten dort durchgeführt werden, wo letztlich auch die endgültige Therapie erfolgt.

    

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