Andrologie

Schwerpunkte der Klinik

Infertilität – ungewollte Kinderlosigkeit

Die Ursachen für das Ausbleiben einer Schwangerschaft liegen zu gleichen Teilen bei Mann und Frau. Wir bieten eine umfassende persönliche Beratung, Diagnostik und Therapie bei Einschränkungen der männlichen Fruchtbarkeit.

Die spezielle Diagnostik umfasst:

  • Epigenetische und genetische Diagnostik
  • Ejakulatanalyse nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (2010)
  • Histologie

In enger Kooperation mit den Gynäkologen in unserem Universitären Kinderwunschzentrum (Ärztliche Leitung: PD Dr. med. Andreas Schüring) werden sämtliche Formen der Kinderwunschbehandlung durchgeführt.

  • Intrauterine Insemination
  • In-vitro-Fertilisation
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion

Die technische Ausstattung unseres IVF-Labores erlaubt hochqualifizierte Therapien (z. B. ICSI-Mikroskop einschließlich Laser zur Motilitätsprüfung und Polarisationsfilter zur besserten morphologisch-funktionellen Begutachtung der Zellen).

Erektionsstörungen

Sexuelle Funktionsstörungen beim Mann haben vielfältige Ursachen und schränken die Lebensqualität stark ein. In unserem Centrum bieten wir eine umfassende Beratung, Diagnostik und sämtliche Therapieoptionen der Erektionsstörungen.

Spezialdiagnostik:

  • Untersuchung des Penis, inklusive Schwellkörper und Blutgefäßen
  • Schwellkörpertestung
  • Schwellkörperinjektion
  • Anleitung zum Gebrauch von Erektionshilfen
  • Hormonersatztherapien
  • Penisprothesenimplantation
  • Kontaktvermittlung zu spezialisierten Psychologen und Psychotherapeuten

Penisdeviationen (= Verbiegungen) können angeboren oder aufgrund einer Induratio penis plastica erworben sein und den Geschlechtsverkehr einschränken oder verhindern. Wir bieten eine sorgfältige Beratung, Diagnostik, konservative Therapien und ggf. die Korrekturoperation zur Penisbegradigung an.

Hormonstörungen – Testosteronmangel

Ein dauerhafter Testosteronmangel beim erwachsenen Mann kann zu sexuellen Funktionsstörungen führen und Begleiterkrankungen (Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie, Osteoporose, Anämie, Depression) begünstigen. Die Ursachen können vielfältig sein. Wir bieten das gesamte Spektrum der diagnostischen Abklärung und Therapie.

Spezialdiagnostik:

  • Hormonuntersuchungen, genetische Diagnostik der Testosteronempfindlichkeit des männlichen Körpers (CAG-Tripletts – Androgenrezeptor)
  • Einleitung und Überwachung einer Hormonersatztherapie mit Testosteron
  • Indirekte Testosteronsubstitution mittels Gonadotropintherapie bei Kinderwunsch

Schwerwiegende angeborene Hormonmangelerkrankungen (z. B. Kallmann-Syndrom, idiopathischer hypogonadotroper Hypogonadismus) bedürfen einer sorgfältigen Abklärung und Therapie, die aufgrund unserer langjährigen Erfahrung nach maßgeblichen wissenschaftlichen Erkenntnissen erfolgen kann. Hier erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Humangenetik (Ärztliche Leitung: Prof. Dr. Peter Wieacker).

Jugendliche können von einer verzögerten oder ausbleibenden Pubertät (Pubertas tarda) betroffen sein. Hier ist eine sorgfältige Ursachenabklärung zwingend notwendig. Eine Behandlung erfolgt in enger Kooperation mit anderen Fachabteilungen der Universitätsklinik.

Operative Andrologie

Wir bieten das gesamte Spektrum der andrologischen Operationen – falls notwendig und sinnvoll in mikrochirurgischer Technik unter dem Operationsmikroskop – an. Die meisten Operationen sind als ambulante Operationen durchführbar. Vor einer Operation erfolgt eine umfassende persönliche Beratung hinsichtlich der Operation und der Narkose in unserem Centrum.

Operationen am Hoden und Nebenhoden

  • Mikrochirurgische testikuläre Spermienextraktion (M-TESE)
  • Mikrochirurgische epididymale (= aus dem Nebenhoden) Spermienaspiration (MESA)
  • Diagnostische Hodenbiopsie zur feingeweblichen Untersuchung, insbesondere Ausschluss einer testikulären intraepithelialen Neoplasie (TIN)
  • Inguinale (= über die Leiste) Hodenentfernung bei Hodentumor und TIN
  • Hodenprothesenimplantation
  • Resektion von Hydrozele und Spermatozele
  • Orchidolyse und Orchidopexie

Operationen am Samenstrang

  • Mikrochirurgische Varikozelenoperation
  • Vasektomie (Sterilisation) bei abgeschlossener Familienplanung
  • Mikrochirurgische Vasovasostomie oder Vasotubulostomie (Refertilisation)

Operationen am Penis

  • Korrektur von Penisdeviationen (nach Nesbit, Schroeder-Essed, ggf. mit Patch)
  • Implantation von Schwellkörperprothesen
  • Circumcision (Beschneidung; radikal, plastisch), Frenulotomie (Durchtrennung des Vorhautbändchens)
Zweitmeinung Hodentumor

Frau Professor Kliesch ist Mitglied der urologischen Sektion der Deutschen Hodentumor-Studiengruppe (GTCSG). Wir bieten betroffenen Männern eine Überprüfung der geplanten Therapie und sprechen leitliniengerechte Therapieempfehlungen aus.

Kryokonservierung von Spermien/Stammzellen

Die männliche Zeugungsfähigkeit (Fruchtbarkeit) kann durch verschiedene Behandlungen schwerer Erkrankungen (Krebserkrankungen, insbesondere Hodentumore, Leukämien, M. Hodgkin) dauerhaft eingeschränkt werden. Es ist deshalb wichtig, eine Vorsorge zu treffen, damit sich ein späterer Kinderwunsch erfüllen lässt. Das Einfrieren (Kryokonservierung) einer Samenprobe vor geplanter Behandlung sichert die Möglichkeit, einen späteren Kinderwunsch zu erfüllen. Männer und Jugendliche ab dem Zeitpunkt der Ejakulationsfähigkeit sollten diese Möglichkeit nutzen. Auch Hodengewebe kann dauerhaft eingefroren werden. Mit den Spermien aus dem Gewebe kann später eine Kinderwunschbehandlung durchgeführt werden.

Erste wissenschaftliche Studien zeigen, dass es sinnvoll sein kann, auch bei Kindern vor einer Krebstherapie Hodengewebsproben zu entnehmen, damit sich in Zukunft mit Stammzellen aus dem Gewebe ein eigener Kinderwunsch verwirklichen lässt. Wir bieten gerne ein ausführliches Gespräch zu diesen Fragen an.

Klinefelter-Syndrom

Das Klinefelter-Syndrom ist die häufigste Chromosomenstörung des Mannes und betrifft ca. jeden 500. Mann. Betroffene Männer leiden oftmals unter Hormonstörungen und einer eingeschränkten Fruchtbarkeit. Aufgrund unserer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit zum Klinefelter-Syndrom können wir betroffene Männer umfassend beraten und neueste Therapieoptionen anbieten.

Erst seit einigen Jahren ist die Tatsache bekannt, dass sich auch bei Männern mit einem Klinefelter-Syndrom mittels einer mikrochirurgischen Hodenoperation Spermien finden lassen. Wir bieten gerne ein ausführliches Gespräch zu diesen Fragen an und händigen Ihnen unseren Aufklärungsfilm aus.

    

Kontakt

Stabsstelle "Internationale Patienten"
Domagkstraße 26
D - 48149 Münster

Mail: International-patients(at)­ukmuenster(dot)­de
Tel: +49 251 83 - 5 78 98